Die Bedeutung regionaler Bioaktionspläne in Deutschland

In Deutschland haben in den vergangenen Jahren eine steigende Anzahl von Bundesländern Aktionspläne für den Biolandbau erstellt (in Deutschland wird meist als „Ökolandbau“ bezeichnet). Im Jahre 2017 hatten 9 Bundesländer einen Aktionsplan, wovon vier Bundesländer mit einem Flächenziel (Graphik 1). Sehr detailliert sind etwa die Bioaktionspläne in Bayern (BioRegio Bayern 2020), Baden-Württemberg („Bio aus Baden-Württemberg“), Mecklenburg-Vorpommern (Ökokompetenz – Mecklenburg-Vorpommern 2020) sowie Thüringen (Öko-Aktionsplan – gemeinsam für mehr ökologischen Landbau in Thüringen). Die untenstehende Grafik zeigt deutsche Bundesländer mit einem Ökoaktionsplan; die Tabelle gibt eine Übersicht über die wichtigsten Massnahmen in den verschiedenen Bundesländern.

Massnahmen regionaler Aktionspläne

Nachfolgend werden die einzelnen Massnahmen in den verschieden Schwerpunktbereichen von regionalen Ökoaktionsplänen in Deutschland detailliert aufgelistet:

Beratung und Bildung sowie angewandte Forschung

  • Umstellungs- und Betriebsberatung
  • Beratungsnetzwerke
  • Demonstrations- und Modellbetriebe
  • Öko-Modell-Regionen
  • On-farm Forschung
  • Spezifische Öko-Fachschulen (z.B. in Bayern)
  • Fortbildungsangebote (vor allem für Landwirte, z.T. auch Verarbeiter)
  • Stärkere Integration von öko-spezifischen Themen in der Berufsschule

Investitions- und Vermarktungsförderung

  • Umstellung staatlicher Kantinen auf Ökolebensmittel
  • Projekte Gemeinschaftsverpflegung
  • Förderung von Projekten mit Bioverbänden (z.B. Biostreuobst, Biofleisch, usw.
  • Förderung im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die ländliche Entwicklung (ELER) und der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz GAK (Agrarinvestitions-Programm, Investitionsprogramm für Verarbeitung und Vermarktung)
  • Höhere Zuschüsse (Premiumförderung, z.T. an Kontrollkosten)
  • Verbesserte Zugangsbedingungen für Biolandwirte für Kredite (spezielle Auswahlkriterien)

Kontrolle und Verbraucher

  • Stärkung der Kontrollbehörden
  • Regionale Biologos
  • Informationsmassnahmen (Aktionstage, Info-Portale für Konsumentinnen und Konsumenten, Messeförderung. Broschüren für Konsumenten)

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Öko-Modellregionen

Ein besonders originelle und erfolgreiche Förder-Massnahme ist die Unterstützung von Öko-Modellregionen in Bayern (im Rahmen Bio-Regio Bayern 2020) und in Hessen.

Öko-Modellregionen sind ein Baustein im Landesprogramm wie z.B. in „Bio-Regio Bayern 2020“: Diese Regionen geniessen seit 2014 staatliche Anerkennung und Förderung in Bayern und seit 2017 in Hessen.

Merkmale:

  • Projekt-Finanzierung von interessierten Gemeinde-Verbünden (mind. 3 Gemeinden);
  • Mit innovativen Konzepten Erzeugung und Absatz von heimischen Öko-Lebensmitteln fördern;
  • Allgemeine Bewusstseinsbildung über Vorteile des Öko-Landbaus für eine nachhaltige Regionalentwicklung machen.

Voraussetzung und Auswahl

  • Bewerbungskonzept geht an vielseitige Jury, Offizielle Prämierung der besten Projekte.

Förderung

  • Während 2 Jahren Projektmanagement zu 75 % bezahlt (25 % durch Gemeinden, mindestens ½-1 Stelle , Verlängerung von 1-3 Jahren möglich.

Aktuell werden 12 Regionen gefördert.

Wichtige Punkte in deutschen regionalen Aktionsplänen

Aufgrund der bisherigen Erfahrungen in den deutschen Bundesländern mit Öko-Aktionsplänen sollten effektive Aktionspläne folgende Punkte berücksichtigen:

  • die spezifischen Bedürfnisse des Biosektors im Land oder in der Region identifizieren und aufnehmen;
  • ein spezifisches Budget und genügende personelle Ressourcen aufweisen für die Konsultation, Umsetzung und die Kommunikation;  
  • ein breites Instrumentarium brauchen, um das Angebot des Biosektors und Konsumenten-Nachfrage zu bewältigen;  
  • auch eine Überwachung (Monitoring) der Zielerreichung und eine spätere Evaluation des Planes vorsehen (mittels messbaren und realistischen Indikatoren)

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