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Mit Aktionsplänen zur Entwicklung der Biobranche

Am 23. März 2018 lud IFOAM EU, der europäische Bio-Dachverband, zu einer öffentlichen Veranstaltung in Brüssel zur Förderung der Biobranche mithilfe von Aktionsplänen statt. Diese wurde im Rahmen des Projekts SME Organics zum Abschluss der ersten Projektphase organisiert.

Im Vordergrund stand die Frage, wie Bio-Aktionspläne kleinen und mittleren Unternehmen des Agrar- und Ernährungssektor darin unterstützen können den Umwelt-, Klima- und Tierschutz zu stärken sowie Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen. Ziel der Veranstaltung war es, der Frage nachzugehen, wie verschiedene Politiken besser integriert und genutzt werden können um die Biobranche zu stärken. Zudem stand die Frage im Fokus, inwiefern Bio-Aktionspläne genutzt werden können um eine gemeinsame Vision, sowie Ziele und Massnahmen festzulegen, die den Bedürfnissen der Biobranche dienen und den politischen Zielen eines bestimmten Landes oder einer bestimmten Region entsprechen.

Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung eines Bio-Aktionsplans

Das Treffen begann mit der Begrüssung durch den Koordinator des Projekts SME Organics, Alberto Enrique. Enrique dankte den Partnern für ihre Arbeit und die Unterstützung von IFOAM EU bei der Ausarbeitung der Bio-Aktionspläne in den acht verschiedenen Projektregionen. Anschließend stellte Eric Gall, stellvertretender Direktor und Policy Manager der IFOAM EU, die Entwicklung und Umsetzung von Aktionsplänen als Strategie zur Stärkung vom Absatz und Konsum biologischer Lebensmittel vor.

Nicolas Lampkin, Geschäftsführer des Organic Research Center, erläuterte die Projektergebnisse, insbesondere in Bezug auf die Entwicklung, Umsetzung und Evaluierung der Aktionspläne. Lampkin nannte wichtige Gründe, die für die Förderung der Bio-Lebensmittelbranche und der Bio-Landwirtschaft sprechen, u.a. die Leistungen im Bereich Umwelt- und Tierschutz, die starke Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln, die hohe Produktqualität, etc. Nicolas Lampkin beschrieb auch die 5 Phasen eines Aktionsplans:

  • Agenda Setting (Bestandsaufnahme der Branche, Feststellung des Handlungsbedarfs unter Miteinbezug der Marktakteure);
  • Strategische Ausrichtung (Formulierung von Leitbild, Zielen, Massnahmen);
  • Konkretisierung (Festlegung finanzieller und personeller Ressourcen und politischer Unterstützung);
  • Umsetzung der Massnahmen;
  • Monitoring und Evaluierung.

Eine erfolgreiche Umsetzung setzt voraus, dass der Aktionsplan in einem langfristigen Prozess (3-5 Jahre) entwickelt wird, dass geeignete Ressourcen (sowohl personell als auch finanziell) zur Verfügung stehen, dass die Erarbeitung in einem partizipativen Ansatz unter Miteinbezug aller interessierten Akteure erfolgt und dass auch während der Umsetzung des Aktionsplans ein Erfolgsmonitoring durchgeführt wird.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit von regionalen KMUs

Vier Projektpartner stellten die erarbeiteten Aktionspläne für die jeweiligen Regionen (Aargau, Nord-West-Rumänien, Lombardei und Nouvelle Aquitaine) vor. Im Anschluss daran stellte Rosella Soldi vom Progress Consulting der Fachkommission für natürliche Ressourcen die Ergebnisse ihrer Bewertung der Umsetzung des europäischen Bio-Aktionsplans vor. Die Veranstaltung endete mit einer Podiumsdiskussion mit den folgenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern:

  • Nicolas Lampkin, Geschäftsführer des Organic Research Center;
  • Rosella Soldi, Progress Consulting der Fachkommission für natürliche Ressourcen;
  • Patrizia Pugliese, IAM Bari (Agronomisches Institut des Mittelmeerraums, Abteilung Ökologischer Landbau);
  • Jérôme Orvain, Abgeordneter mit dem Zuständigkeitsbereich Biolandbau für die Region Nouvelle-Aquitaine;
  • Eduardo Cuoco, Direktor der IFOAM-EU.

In der Diskussion ging es u.a. um die Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von Bio-Aktionsplänen wie beispielsweise deren partizipative Erarbeitung und die Rolle von politischen Akteuren.